Bauhaus und Moderne

Marianne Brandt

Nicht ohne Grund wurde Marianne Brandt, geboren als Marianne Liebe, eine „DENK-MAL!“-PLATTE am Fuße des Roten Turmes in Chemnitz gewidmet. Die aus Chemnitz stammende Künstlerin prägte mit Ihren zeitlosen und formvollendeten Kunstwerken für den Alltag (wozu unteranderem Aschenschalen, Teekännchen und Lampen zählten) maßgeblich das Bauhaus. Bis heute werden Ihre Werke weltweit ausgestellt.

Doch die Bauhauskünstlerin war nicht immer so bekannt, zeitweilig gerieten Ihre großen Erfolge aus Ihrer Zeit am Bauhaus in Vergessenheit. Einzelnen Menschen, wie Hans Brockhage oder Maria und Karl Clauss Dietel, ist es jedoch zu verdanken, dass man das Erbe von Marianne Brandt heute wieder bewusst wahrnehmen kann.

Zum Beispiel in Form der Marianne-Brandt-Gesellschaft e.V., die in zwei Räumen des ehemaligen Elternhauses Brandts in der der Heinrich-Beck-Straße 22 sitzt. Diese hat es sich zur Aufgabe gemacht, das geistige Erbe und künstlerische Werk der Formgestalterin im Umfeld des Bauhauses zu sammeln, zu bewahren und zu den heutigen Tendenzen gestalterischen Schaffens in Beziehung zu setzen. Oder durch die aktuellen Sonderausstellungen 'ICH BIN GANZ VON GLAS' (bis 01.12.2019) im Sächsischen Industriemuseum und 'Bauhaus: Textil und Grafik 1919 – 1933' (bis 04.08.2019) in den Kunstsammlungen Chemnitz. 

Die Grand Tour der Moderne

Was verbindet Chemnitz mit Berlin, Darmstadt, Dresden, Stuttgart und Bernau? Die Grand Tour der Moderne. 

Diese führt die Besucher auf einer eigens konzipierten Route durch die Geschichte der Moderne von 1900 bis 2000, die mit der Bahn, dem Auto oder dem Fahrrad erfahren werden kann. Mit ihr wird ein ganzheitlicher Architekturansatz vermittelt – von kulturhistorischen Bezügen über den Einsatz von neuen Materialien bis hin zur Einordung in den gesellschaftspolitischen Kontext. So verknüpft die Grand Tour der Moderne das Reisen mit der Freude an der Entdeckung und dem Verstehen von Geschichte und Gegenwart. Ihr Spektrum umfasst Einzelgebäude und Siedlungen: Ikonen und Streitobjekte, Schlüsselbauten und Entdeckungen.

Hier geht es zur Pressemitteilung zum zum 100-jährigen Gründungsjubiläum

Erleben Sie 100 Jahre Bauhaus in Chemnitz!

Das Bauhaus findet man nur in Dessau oder Weimar? Weit gefehlt! Entdecken Sie Chemnitz und seine herausragenden Orte der Moderne. Sie werden überrascht sein!

Tipp 1:

Sonderausstellung im Industriemuseum Chemnitz „Ich bin ganz von Glas“ zeigt ausgewählte Arbeiten des 7. Internationalen. Marianne Brandt Wettbewerbes und beleuchtet Marianne Brandt als Mensch und Literatin.

Industriemuseum Chemnitz

Tipp 2:

Sonderausstellung Kunstsammlungen Chemnitz – Museum am Theaterplatz „Bauhaus: Textil und Grafik 1919 – 1933“ Im Jubiläumsjahr „Bauhaus 100“ zeigen die Kunstsammlungen Chemnitz aus ihren hervorragenden Beständen u.a. Textilien und Grafiken, die am Bauhaus entstanden sind.

Sonderausstellung Kunstsammlungen Chemnitz

Interessiert? Hier geht es zu den Arrangements:

Kaufhaus Schocken

auch bekannt als: smac – Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz


Schnörkellos, klar und geradlinig verwirklichte Erich Mendelsohn mit dem 1930 in Chemnitz eröffneten Kaufhaus Schocken die Ideale des Internationalen Stils. Nach Filialen in Stuttgart und Nürnberg war es der dritte Kaufhausbau des Architekten für die Brüder Simon und Salman Schocken. Er gilt bis heute als Meilenstein des Neuen Bauens.

In den 1920er-Jahren entwickelte sich das Unternehmen Schocken zu einer der erfolgreichsten Warenhausketten in Deutschland. Das innovative Verkaufskonzept übersetzte Mendelsohn auch in Chemnitz in eine moderne Architektursprache: Mit einer dynamisch wirkenden, frei hängenden Fassade, die in elegantem Schwung dem Straßenverlauf folgt, hob sich das Kaufhaus klar von seinem kleinteiligen Umfeld ab und verlieh der Stadt großstädtisches Flair. Die nachts erleuchteten Fensterbänder spannten sich in großem Bogen von einem Treppenhaus zum nächsten und schienen trotz ihrer beeindruckenden Maße zu schweben.

Auch im Inneren setzte Mendelsohn sein Konzept von „Funktion und Dynamik“ um und schuf für den Konzern ein einheitliches Erscheinungsbild, das sich durch alle Aspekte der Warenhäuser zog: lichte Verkaufsräume, sachliche Typografie, klare Anordnung der Verkaufstheken und die ersten Rolltreppen der Stadt. Im Mittelpunkt sollte die industriell gefertigte Ware stehen, ohne Ablenkung durch den Raum.

Heute wird das Gebäude auf vier Ebenen als Museum genutzt: Seit 2014 befindet sich hier das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz – kurz: smac. Drei eigene Ausstellungsbereiche sind der bewegten Geschichte des Gebäudes gewidmet.

Text: Grand Tour der Moderne [Dorothea Bethke] und smac [Jutta Boehme]

  

Dauerausstellung zum Kaufhaus Schocken im SMAC
Das ehemalige Kaufhaus Schocken im Chemnitzer Zentrum. © LfA/smac, Aufnahme: László Farkas
Ausstellung zur Kaufhausgeschichte im SMAC © LfA/smac, Aufnahme: Michael Jungblut
Die Warenwelt des Kaufhaus Schocken in den 1930ern © LfA/smac, Aufnahme: Michael Jungblut