Deutscher Stadtmarketingtag 2019

20.02.2019

Der Deutsche Stadtmarketingtag findet vom 17. bis 19. März 2019 in der Stadthalle Chemnitz statt und widmet sich dem Thema „Heimat“.

Chemnitz / Berlin Der Deutsche Stadtmarketingtag ist vom 17. bis 19. März 2019 zu Gast in Chemnitz. Veranstalter ist die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland (bcsd e.V.) in Kooperation mit der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE).

Die Netzwerktagung für alle, die sich für lebenswerte und zukunftsfähige Städte engagieren, steht dieses Mal unter dem Titel „Sehnsucht nach hier. Stadtmarketing zwischen Regionalität und Diversität“ und befasst sich mit der Frage, was Städte für ihre Bewohner zur Heimat macht.

Was kann der allgegenwärtige Begriff Heimat bedeuten, in einer Zeit, in der die Frage nach Identität in einer digitalisierten, spezialisierten und von Migration geprägten Gesellschaft so dringlich und präsent geworden ist? Und was hält ebendiese Gesellschaft zusammen? Die Städte stehen vor der Aufgabe, Menschen mit ganz individuellen Lebensentwürfen eine Heimat zu bieten: Menschen, die aus anderen Städten oder Ländern zuziehen, Menschen, die nur vorübergehend bleiben und Menschen, die seit Generationen mit der Stadt verbunden sind. Dabei müssen die Städte auch antidemokratische Strömungen aushalten und ihnen entgegenwirken können. In der Gastgeberstadt Chemnitz ist das mit den fremdenfeindlichen Ausschreitungen und den gesellschaftlichen Gegenaktionen im August und September 2018 besonders deutlich geworden.

Die deutschen Stadtmarketingorganisationen treffen sich an diesem Ort, um zu diskutieren, wie sie zur Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt beitragen und mit welchen Angeboten sie angesichts der genannten Herausforderungen gesellschaftlichen Zusammenhalt und Heimatgefühl hervorrufen können. Ein Heimatgefühl, das nicht abgrenzend gegen Gäste und neu hinzu gekommene Bürger und Ideen verstanden wird, sondern auch in einer diversen, digitalen und globalisierten Zukunft funktioniert.

Da die Frage nach der Bedeutung des Begriffs Heimat viele Bereiche berührt, werden auf der Tagung Referenten aus unterschiedlichen Disziplinen sprechen. So wird sich der Schriftsteller Christian Schüle mit Geschichte und Gegenwart dieses typisch deutschen Wortes auseinandersetzen und Heimat als Geborgenheitsraum diskutieren. Von der Game-Design-Professorin Dr. Linda Breitlauch erfahren die Teilnehmer, wie digitale Heimaten im Netz hergestellt werden und eine neue räumliche Erfahrung ermöglichen. Dr. Tagrid Yousef, Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld, zeigt auf, wie Diversität den Identitätsbildungsprozess in einer Stadt bereichern kann und Prof. Dr. Markus Tauschek von der Universität Freiburg erläutert, wie Bräuche und Traditionen Orte und ihre Identität prägen. Am zweiten Tag geht es zudem in die Praxis mit identitätsstiftenden Projekten aus Elmshorn, Offenbach, dem Wendland und Mannheim, die veranschaulichen, wie Zusammenhalt und Heimat gelebt werden können.
Nicht zuletzt steht auch die Gastgeberstadt Chemnitz im Fokus des Deutschen Stadtmarketingtags, die sich aktuell als Kulturhauptstadt Europas 2025 bewirbt. Wir erfahren, wie sich die kulturelle Identität Chemnitz‘ zeigt und wie eine Stadt es schaffen kann, die Deutungshoheit nicht denjenigen zu überlassen, die den Begriff Heimat zur Aus- und Abgrenzung missbrauchen wollen. Abgerundet wird die Tagung durch interessante Einblicke in die Gastgeberstadt Chemnitz, durch ein spannendes Exkursions- und Rahmenprogramm, eine vielfältige Fachausstellung sowie zahlreiche Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch.

Über die bcsd
1996 wurde die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V. (bcsd) von Stadtmarketingverantwortlichen gegründet, um den Erfahrungsaustausch mit Kollegen zu fördern und zu koordinieren und um die Belange des Stadtmarketings auf Bundesebene zu vertreten. Aktuell sind 359 City- und Stadtmarketingorganisationen sowie 70 Fördermitglieder in der bcsd organisiert.


Stadthalle Chemnitz. Foto: Ernesto Uhlmann