Betreten strengstens erlaubt: Region Chemnitz-Zwickau als interaktive Baustelle der Industriekultur auf der ITB

27.02.2019

Die Transformation von Industriebrachen wird interaktiv dargestellt - Künstlerin zeichnet live mit den Besuchern der ITB - Industriebauten kulturell besetzen als touristisches Konzept

Berlin/Chemnitz, 05. März 2019. Als interaktive Baustelle der Industriekultur präsentiert sich die Region Chemnitz-Zwickau auf der ITB vom 06. bis 10. März 2019. Gezeigt wird in Berlin, wie sich beeindruckende Industriebauten von damals in lebendige Stätten für Kunst und Kultur verwandeln – unter anderem für Festivals, Museen und Galerien. Künstlerisch symbolisiert wird dieser Prozess durch eine Illustratorin, die mit den Besuchern der ITB live Objekte der Industriekultur zeichnet. Die kulturelle Besetzung von ehemals industriell genutzten Räumen vor der Revitalisierung ist der Kerngedanke des neuen touristischen Konzepts der Region Chemnitz-Zwickau. Entsprechende Veranstaltungen sind für 2019 und 2020 geplant.

 Als interaktive Baustelle der Industriekultur präsentiert sich die Region Chemnitz-Zwickau auf der ITB vom 06. bis 10. März 2019 in Berlin. Der Messestand der Region ist daher als Baustelle aufgebaut – samt Bauzaun, Warnbaken, Leitkegel und Bautafel. Sören Uhle, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschafts- und Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE): „Die Region Chemnitz-Zwickau ist ein Ort der stetigen Transformation. Beeindruckende Industriebauten von damals werden heute in lebendige Stätten für Kunst und Kultur verwandelt. Um diesen Prozess künstlerisch zu symbolisieren, haben wir uns bei der ITB für eine Baustelleninstallation entschieden.“ Im Mittelpunkt stehen dabei die Vielfalt der Industriekultur in der Region und der Prozess einer industriekulturellen Entwicklung – dargestellt in einer Galerie. Sören Uhle weiter: „Wir zeigen in Berlin die vier Etappen einer industriekulturellen Entwicklung.“ Die ursprüngliche Nutzung eines Raumes oder einer Fläche (Etappe 1) geht über in Leerstand oder Nicht-Nutzung (Etappe 2). Einer temporären Bespielung durch Aktionen (Etappe 3) schließt sich dann eine Revitalisierung oder Vision der Nutzung in der Zukunft an (Etappe 4). Sören Uhle: „Zu nennen ist hier beispielsweise die Schönherrfabrik in Chemnitz, eines der erfolgreichsten Revitalisierungsobjekte in der Stadt. Einst wurden hier Webstühle produziert. Nach einer schrittweisen Sanierung sind heute insgesamt 130 Unternehmen mit 1300 Mitarbeitern auf dem Gelände angesiedelt.“ In der Region Zwickau gibt es ähnliche Erfolgsgeschichten. Dazu gehört die Knopffabrik in Zwickau, die heute als Kletterhalle genutzt wird.

 

Weiterer Höhepunkt auf der ITB: Die Illustratorin Stephanie Brittnacher zeichnet mit Bleistift und Tusche Elemente und Bauwerke zum Thema Industriekultur der Region – wie den Wirkbau Chemnitz, das Industriemuseum Chemnitz, die Villa Esche, das Bergbaumuseum Oelsnitz mit Förderturm und revitalisierte Industriebrachen für Festivals wie ibug oder Begehungen. Von den Besuchern dürfen Farbkleckse mit Pinseln hinzugefügt werden, so bekommt jedes einzelne Kunstwerk einen individuellen Charakter. Gezeichnet wird standesgemäß an einem historischen Reißbrett aus dem Jahr 1900, einer Leihgabe des Chemnitzer Industriemuseums.

 

Seit dem vergangenen Jahr setzen Chemnitz und Zwickau die gemeinsame touristische Vermarktung um. Der Unterschied zu anderen Tourismusangeboten in ähnlich geprägten Regionen Deutschlands ist die

Besetzung und Belebung von ehemaligen Industrie-Arealen, bevor diese museal gestaltet oder anderweitig

genutzt werden. Anspruch der Kooperation ist, durch klassische Kulturangebote im industriell geprägten Raum reizvolle touristische Erlebnisse zu schaffen und so die Region mit ihrem Profil als Destination neu, modern und spannend zu präsentieren. Passende Veranstaltungen sind in diesem Jahr die Tage der Industriekultur vom 27. bis 29. September 2019 sowie ein Showtruck mit virtueller Wanderausstellung, der schon 2019 einen Vorgeschmack auf die Sächsische Landesausstellung Industriekultur (25. April bis 01. November 2020) in der Region gibt. Dies ist ein weiteres Kooperationsprojekt zwischen Chemnitz und Zwickau. Die Leitausstellung der Sächsischen Landesausstellung zur Industriekultur wird im Audi-Bau in Zwickau stattfinden, einem traditionellen Industriegelände, auf dem Anfang des 20. Jahrhunderts die Firma Audi gegründet worden war. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt das August Horch Museum, das mit einer Sonderausstellung als Zusatzstandort zum Thema Automobilbau Teil der Landesausstellung ist. Wichtige Schauplätze der Sächsischen Landesausstellung werden das Industriemuseum Chemnitz, das Sächsische Eisenbahnmuseum in Chemnitz und die Tuchfabrik Gebr. Pfau in Crimmitschau sein.


ITB 2019. Foto: Ernesto Uhlmann