Zwischen Vergangenheit und Zukunft: Industriekultur und Gegenwartskunst in Chemnitz

21.07.2016

PRESSE-INFORMATION

Juli 2016

Zwischen Vergangenheit und Zukunft:
Industriekultur und Gegenwartskunst in Chemnitz

Was hat Industrie mit Poesie zu tun? Historische Fabrikgebäude und die Begegnung mit
Technik- und Wirtschaftsgeschichte ziehen Kulturinteressierte und Reisende in ihren Bann.
Sie lassen sich faszinieren von Erfindungen technischer Kreativität, Design und industrieller
Formensprache – im Sächsischen Industriemuseum in Chemnitz ebenso wie bei
den Tagen der Industriekultur, wenn zur Spätschicht Technologieführer von heute die Türen
ihrer Unternehmen öffnen.
Als führender Schauplatz industrieller Entwicklung im 19. und frühen 20. Jahrhundert
eröffnet die Stadt der Moderne ihren Besuchern auch heute einen Blick in den
Maschinenraum von Innovation und Fertigung. Einstige Zweckbauten – imposante
Fabrikanlagen und Fertigungshallen – beeindrucken durch ihre Dimensionen, die im
Leerstand besonders deutlich werden: Freiräume für die Fantasie, die Künstler anlocken.
Aus dem Dornröschenschlaf geweckt, beflügeln sie die Fantasie und inspirieren zu neuen
Nutzungen.
So entstehen beim Kunstfestival „Begehungen“ und den „Tagen der Industriekultur“ in
einstigen Wirtschaftsräumen Kulturwunder von heute. Seien Sie dabei!

Chemnitzer Highlights im Spätsommer und Herbst 2016
- Begehungen Chemnitz – Kunstfestival im Poelzig-Areal 18.-21.08.2016
- Kunstsammlungen Chemnitz: Reza Derakshani 21.08.– 16.10.2016 / Die Akademie
der Künste Berlin zu Gast in den Kunstsammlungen Chemnitz 25.09.– 20.11.2016
- 100 Sächsische Grafiken 2016 - Biennale sächsischer Druckgrafik 2016 in der
Neuen Sächsische Galerie 06.09.– 13.11.2016
- Tage der Industriekultur – Frühschicht, Spätschicht, RAW-Festival 23.– 25.09.2016

Kunst erobert Damenwäschefabrik
13. Kunst- und Kulturfestival Begehungen bespielt historisches Poelzig-Areal

Nichts ist so still wie eine verlassene Fabrikhalle, in der einst schwere Maschinen ratterten
und dröhnten und hunderte Menschen werkelten. Zur 13. Ausgabe des Kunst- und
Kulturfestivals Begehungen reagieren Künstlerinnen und Künstler in Anspielung auf die 6.
Verwaltungsvorschrift zum Bundesimmissionsschutzgesetz auf das Thema TA Lärm:
„Bestimmt sonst die Örtlichkeit den erlaubten Lärmpegel und die Art der Zusammenkunft,
soll hier die Kunst eine Umnutzung schaffen, die ihrem eigenen Pegel entspricht“, so die
Veranstalter. Nicht nur in Chemnitz, einem Inkubationsort für spannende junge Bands auch
über Kraftklub hinaus, ist die Konfliktzone zwischen Lärm und Stille ein Thema für den
gesellschaftlichen Diskurs. Ereignisort ist das Chemnitzer Poelzig-Areal mit rund 5000 qm
Ausstellungsfläche. Das Fabrikgelände beherbergte in seiner über 100jährigen Geschichte
u.a. die Damenwäschefabrik Venuswerke und den Sportbekleidungshersteller Sporett und
war in den 1990er-Jahren Schauplatz von Techno-Partys. Dort beziehen nun internationale
Künstler/-innen Residenz und reagieren auf den Ort, andere stellen fertige Arbeiten aus,
begleitet von einem Rahmenprogramm mit Performances, Theater, Musik und Workshops.
Seit 2003 bespielt das ehrenamtlich organisierte Festival Begehungen Brachflächen und
leerstehende Gebäude. Eine fünfköpfige Jury entscheidet über die eingereichten Projekte.
In der Vergangenheit waren u.a. Künstler wie Nora Mona Bach, Stefan Schwarzer (beide
Halle), Marcelo de Melo (Brasilien) und Ankabuta (Südkorea) zu Gast bei den
Begehungen.
18. bis 21.08.2016; weitere Informationen – www.begehungen-chemnitz.de

Exilköniginnen – Werke von Reza Derakshani erstmals in Deutschland
Ausstellung im Museum Gunzenhauser

Im Museum Gunzenhauser präsentieren die Kunstsammlungen Chemnitz erstmals in
Deutschland eine Ausstellung mit Gemälden des im Iran geborenen, in den USA lebenden
Künstlers Reza Derakshani (*1952). Der vielseitige Künstler, der als Maler, Poet, Musiker
und Performancekünstler aktiv ist, vermischt in seiner Arbeit abstrakte und figurative
Elemente aus westlichen und östlichen Kulturen. In seiner künstlerischen Handschrift
zeigen sich Exilerfahrung und die Auseinandersetzung mit seinen iranischen Wurzeln.
Derakshani kombiniert Abstraktion mit Gegenständlichem, Schriftzeilen in Farsi mit
gegenstandsloser Malerei, persische Miniaturen mit abstraktem Expressionismus.
21.08. bis 16.10.2016; weitere Informationen – www.kunstsammlungen-chemnitz.de

Außergewöhnliche Werkschau bedeutender Gegenwartskünstler
Die Berliner Akademie der Künste zu Gast in Chemnitz

Anlässlich des 320-jährigen Bestehens der Berliner Akademie der Künste – einer der
ältesten derartigen europäischen Kulturinstitutionen – zeigen die Kunstsammlungen
Chemnitz in Zuammenarbeit mit der Berliner Akademie eine außergewöhnliche
Werkschau: Erstmalig beteiligen sich alle derzeitigen Mitglieder der Sektion Bildende Kunst
gemeinam an einer Ausstellung; sie versammelt Arbeiten von rund 60 bedeutenden
Gegenwartskünstlern aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Skulptur, Film und
Konzeptkunst in den Kunstsammlungen am Theaterplatz. In einem umfangreichen
Begleitprogramm werden auch die weiteren Sektionen Baukunst, Musik, Literatur,
Darstellende Kunst sowie Film- und Medienkunst vorgestellt.

Künstler der Berliner Akademie der Künste zu Gast in Chemnitz:
Magdalena Abakanowicz | Dieter Appelt | Armando | Silvia Bächli | Frank Badur | Mirosław
Bałka | Lothar Böhme | Emil Cimiotti | Tony Cragg | Richard Deacon | Tacita Dean | Jim
Dine | Arnold Dreyblatt | Hartwig Ebersbach | Bogomir Ecker | Ólafur Elíasson | Heinz
Emigholz | Ulrich Erben | Ayşe Erkmen | VALIE EXPORT | Thomas Florschuetz | Jochen
Gerz | Dieter Goltzsche | Ulrike Grossarth | Katharina Grosse | Mona Hatoum | Birgit Hein |
Karl Horst Hödicke | Rebecca Horn | Alfonso Hüppi | Magdalena Jetelová | Joachim John |
Ivan Kafka | Bernd Koberling | Christina Kubisch | Raimund Kummer | Marwan | Boris
Mikhailov | Bruce Nauman | Wolfgang Petrick | Hermann Pitz | Markus Raetz | Arnulf
Rainer | Bridget Riley | Karin Sander | Hanns Schimansky | Michael Schoenholtz | Richard
Serra | Daniel Spoerri | Klaus Staeck | Wolfgang Tillmans | Rosemarie Trockel | Günther
Uecker | Micha Ullman | Hans Vent | Dorothee von Windheim | Corinne Wasmuht
25.09. bis 20.11.2016; weitere Informationen – www.kunstsammlungen-chemnitz.de

Heimspiel – Gemälde und grafische Arbeiten sächsischer Künstler
Hans-Hendrik Grimmling und Clemens Tremmel in den Kunstsammlungen
100 Sächsische Grafiken in der Neuen Sächsischen Galerie

Auch sächsische Künstler sind in Chemnitz aktuell stark vertreten: Unter dem Titel
Grimmling. Position präsentieren die Kunstsammlungen Arbeiten des bei Leipzig
gebürtigen Malers und Grafikkünstlers, der als Professor an der Berliner Hochschule für
Gestaltung lehrt (17.07. – 04.09.2016). In der Reihe „Junge zeitgenössische Kunst aus
Sachsen“ sind noch bis 21.08.2016 die suggestiven Naturpanoramen und melancholischen
Landschaften als Clemens Tremmel zu entdecken.
Aktueller kann ein Thema nicht sein: Die Fragestellung für die diesjährige Bienneale
sächsischer Druckgrafik stiftete Tucholskys Gedichttitel Bei uns in Europa: „Wie gehen wir
heute mit dem Gegensatz zwischen einer grenzenlos offenen Welt und den notwendigen
Abgrenzungen unserer europäischen Identität um? Wie gelingt es, beides, das Fremde und
das Vertraute, miteinander leben, einander fruchtbar werden zu lassen?“ fragen die
Juroren. An den ausgewählten 100 Arbeiten lässt sich nachforschen, „inwieweit die
politischen Entwicklungen Einfluss auf die Bildgestalten nehmen, ob und wie fremde
Formen, nicht nur arabische und afrikanische, auch in der aktuellen Kunst als Anregung
begriffen und genutzt werden, wie fremde und vertraute Formen aufeinander Einfluss
nehmen, eventuell gar neue Arbeitsweisen und Techniken entstehen.“
06.09. – 13.11.2016; weitere Informationen – www.neue-saechsische-galerie.de

Chemnitz feiert Industriekultur im Jetzt und Heute
Frühschicht, Spätschicht und NEU: das RAW-Festival

Auch dieses Jahr im September feiert Chemnitz drei Tage lang die Industriekultur: die
Errungenschaften der Vergangenheit, die Erfolge der Gegenwart und Visionen für die
Zukunft.
Mit einem neuen Format starten die Chemnitzer Tage der Industriekultur im siebten Jahr:
Mit einem Festival – dem RAW-Festival – bespielen sie das ehemalige
Reichsbahnausbesserungswerk (RAW), einen aufregenden historischen Industriestandort,
dessen imposante Architektur mit dem morbiden Charme des teilweisen Leerstands einen
reizvollen Frei- und Spielraum abgibt: „raw“, bloßgelegt und unverkleistert, bietet dieser Ort
den perfekten Rahmen für ein Event, das auf große Vergangenheit zurückblicken und
Visionen für die Zukunft entwickeln will.
In der historischen Produktionshalle zeigen sich Kunst und Szene: etwa die Ausstellung
LOST PLACES mit großformatigen Bildern des Fotografen Christian Sünderwald.
Außerdem sind Installationen, Performances und Streetart zu erleben. Und zur
Nachtschicht am Freitag und Samstag gibt es auf der Werkbühne Industrial Clash – DJs
aus der Chemnitzer Clubszene verbinden Clubbeats mit Industriesounds – und dazu
spektakuläre Illuminationen...
Unter dem Titel Werkschau präsentieren die Chemnitzer technikhistorischen Museen
historische Maschinen zum Anfassen und Ausprobieren, und in der Zukunftswerkstatt
können innovative Produkte und Erfindungen erlebt und ausprobiert werden, z.B. Virtuelle
Realität. Künstler und Ingenieure finden sich zu einem interdisziplinären Workshop (in
Zusammenarbeit mit ARC Solutions, den Jungen Kunstfreunden Chemnitz und der TU
Chemnitz/Abteilung Prozessinformatik und virtuelle Produktentwicklung) zusammen und
suchten nach neuen Herangehensweisen auf die Fragestellungen zu einer Moderne 2.0.:
Wie nehmen wir die Essenz der Moderne wahr? Was ist der Geist der Moderne: Wie
können wir heute neue Wege gehen, mit Traditionen brechen, die Zukunft entwickeln? Ist
ein ganzheitliches Prinzip im Zusammenwirken von Wissenschaft, Technologie und Kunst
heute überhaupt möglich? Die Ergebnisse zeigen sie gleichfalls auf dem RAW-Festival.
Fotos: Ulf Dahl / rechts: Sven Gleisberg (Spätschicht bei Trompetter Guss)
Wie jedes Jahr können Kinder und Jugendliche bei der Frühschicht Technik und
Forschung von nahem entdecken; für die Spätschicht öffnen Chemnitzer Technologieund
Industrieunternehmen ihre Tore und geben für das interessierte Publikum Einblicke in
ihre Arbeit.
23. – 25.09.2016; Programmdetails und Buchung ab 19. August unter
www.industriekultur-chemnitz.de

Arrangement Chemnitzer Tage der Industriekultur
Die Tourist-Information bietet Arrangements für Individual- oder Gruppenreisende an:
Leistungen:
- 2 Übernachtungen inkl. /Frühstück in einem 4*-Hotel
- Gästeführer für eine 2-stündige Stadtrundfahrt "Chemnitzer Industriekultur" (Gruppen)
/ Ticket für eine öffentliche Stadtführung (Individualreisende)
- Saisonales Drei-Gänge-Menü in industriearchitektonischem Ambiente
- Eintritt in ein technikhistorische Museum nach Wahl (z.B. Sächsisches Industriemuseum,
Sächsisches Eisenbahnmuseum, Straßenbahnmuseum, Museum für sächsische
Fahrzeuge)
Preise:
Individualreisende:
Arrangement im Doppelzimmer: ab 169,00 €* pro Person
Arrangement im Einzelzimmer: ab 225,00 €* pro Person
*Preise je nach Verfügbarkeit und Hotel
Gruppen:
Arrangement im Doppelzimmer: ab 145,00 €* pro Person
Arrangement im Einzelzimmer: ab 185,00 €* pro Person
*Preise je nach Verfügbarkeit und Hotel, Mindestteilnehmerzahl: 20
Auch zu anderen Kulturangeboten stellt die Tourist-Information Chemnitz gerne individuelle
Arrangements zusammen. Buchungskontakt: Tourist-Information Chemnitz Tel. 0371 690-
680 Fax 0371 690-6830 info@chemnitz-tourismus.de


Foto: Ernesto Uhlmann