Wirtschaft mit Wachstumsschub

01.09.2014

Im ersten Halbjahr verzeichneten die Chemnitzer Unternehmen der verarbeitenden Industrie außerordentlich hohe Umsatzsteigerungen

Eine starke Binnennachfrage und steigende Umsätze im Auslandsgeschäft führen bei den Unternehmen der verarbeitenden Industrie zu einer außerordentlich hohen Umsatzsteigerung im ersten Halbjahr 2014. Insgesamt konnten die größeren Chemnitzer Unternehmen (über 50 Mitarbeiter) nach Angaben des statistischen Landesamtes im ersten Halbjahr 2014 Umsätze von 1,46 Milliarden Euro verzeichnen. Das sind knapp 18 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2014. Die Gesamtumsätze erreichen den höchsten Wert seit fünf Jahren und reichen nahe an den Rekordwert aus dem Jahr 2008 (1,48 Milliarden Euro) heran. Insbesondere der Juni 2014 erwies sich mit knapp 280 Millionen Euro als Umsatzbringer. Obwohl der Auslandsumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 28 Millionen Euro zunahm, sank die Exportquote auf 36,5 Prozent (2013: 40,8 Prozent). „Dies zeigt deutlich, dass der Aufschwung vor allem stark von einer guten Binnennachfrage geprägt ist“, so Ulrich Geissler, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH.

Die Umsatzsteigerungen ziehen sich durch alle Bereiche des verarbeitenden Gewerbes: Der Maschinenbau verzeichnete mit knapp 289 Millionen Euro zwischen Januar und Juni über 19 Prozent mehr Umsatz als 2013. Die Hersteller von Metallerzeugnissen konnten ihre Umsätze um acht auf knapp 119 Millionen Euro steigern, den sonstigen Unternehmen inkl. den Fahrzeugbauern gelangen gar Umsatzsteigerungen von 22,5 Prozent auf nunmehr 1,06 Milliarden Euro.

„Darüber hinaus kann sich das verarbeitende Gewerbe in Chemnitz bis Juni auch über steigende Auftragseingänge freuen“, erklärt Ulrich Geissler. Um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr stiegen die Auftragseingänge: „Dies ist deutlich mehr als der deutschlandweite Durchschnitt von 4,3 Prozent“, so Geissler. Insbesondere die sonstigen Unternehmen legten mit 21 Prozent bei neuen Aufträgen deutlich zu, der Maschinenbau erreichte eine Steigerung von knapp neun Prozent, die Hersteller von Metallerzeugnissen sechs Prozent. Über alle Bereiche hinweg war der Juni 2014 bei neuen Aufträgen der zweitstärkste Monat der vergangene fünf Jahre.

Die starken Zahlen im ersten Halbjahr 2014 wirkten sich auch weiterhin positiv auf dem Arbeitsmarkt aus: Die Zahl der Arbeitslosen sank in Chemnitz im Halbjahresdurchschnitt leicht um 57 Personen auf 12.857. Insbesondere die Zahl jüngerer Arbeitsloser unter 25 Jahren sank um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 965 Personen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm um 150 auf 3.355 Menschen ab. Die Zahl älterer Arbeitsloser stieg hingegen leicht. Insgesamt lag die Arbeitslosenquote bei 9,8 Prozent. 61 Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern im verarbeitenden Gewerbe beschäftigten im Halbjahresdurchschnitt 11.153 Menschen und damit annähernd genauso viel wie 2013. „Umsatzsteigerungen bei gleichbleibend hoher Beschäftigung zeigen, dass die Chemnitzer Unternehmen in den vergangen Jahren gut daran getan haben, ihre Mitarbeiterstämme auszubauen – sie profitieren davon jetzt durch enorme Produktivitätssteigerungen von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagte Ulrich Geissler, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH.