Moderne im Farbrausch

05.09.2014

Industriekultur und Farbenpracht bei den „Industriewelten“ im Rahmen der Tage der Industriekultur am 14. September 2014 in Chemnitz

Die diesjährigen Chemnitzer „Industriewelten“ warten am 14. September 2014 mit einem erstklassigen Programm auf. Erstmals findet die Veranstaltung der Tage der Industriekultur gemeinsam mit dem „Tag des offenen Denkmals“ statt. Gleichzeitig bildet der Sonntag den Auftakt für das kulturelle Themenjahr der Stadt "Moderne(s) in Chemnitz. Kunst und Architektur."

Die „Industriewelten“ beginnen in Sachsens modernstem Landesmuseum, dem Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, kurz smac, das im früheren Kaufhaus „Schocken“ untergebracht ist. Mit einem zweistündigen Kulturprogramm wird hier ab 10 Uhr das Themenjahr, zu dem bis Dezember 2015 in der Stadt zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, eröffnet. Nach einer Performance des Ensembles „100 Mozartkinder“ der Sächsischen Mozartgesellschaft führen Bürgermeister Philipp Rochold und Ulrich Geissler, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschafts- und Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE), in das Thema „Moderne(s) in Chemnitz. Kunst und Architektur“ ein. Anschließend spricht Prof. Dr. Christoph Fasbender zur Literatur der Gegenwart für die „Stadt der Moderne“. Die Veranstaltung klingt mit einem Vortrag sowie einer Performance zum „Tanz der Moderne“ von und mit der Chemnitzer Ballettdirektorin Sabrina Sadowska aus. Anschließend gibt es die Möglichkeit, das Staatliche Museum für Archäologie zu erkunden, auf dem Gründerzeitmarkt am Rathaus in die Zeit von anno dazumal einzutauchen oder an einer Führung zum „Tag des offenen Denkmals“ teilzunehmen. Bei Führungen im smac stehen interessante Architekturdetails (10, 12, 14 sowie 16 Uhr) und die aufwändige Haustechnik des Museums (11, 13 und 15 Uhr) im Blickpunkt.

Tag des offenen Denkmals
Der „Tag des offenen Denkmals“ ist 2014 erstmals Partnerveranstaltung der Chemnitzer Tage der Industriekultur. Er widmet sich in diesem Jahr dem Thema „Farbe“: Die Industrieschule, die heutige Möbelgalerie Tuffner, die Gartenstadt Gablenz, der Basarketurm im Wirkbau und viele weitere farbenprächtige Chemnitzer Baudenkmale werden dabei in Führungen von Bauherren und Architekten vorgestellt. „Wir haben speziell zum Thema passende Objekte ausgewählt, die das weite Spektrum von Farbe in der Architektur – von zurückhaltender Gestaltung bis hin zum expressiven Überschwang – verdeutlichen. Die farbliche Gestaltung von Bau-, Kunst- und Bodendenkmalen sowie Gärten und Parks ist schon immer ein wesentlicher Aspekt für die Erbauer gewesen“, so Bettina Schülke von der Denkmalschutzbehörde der Stadt Chemnitz. „Nennenswert sind neben Einzelobjekten wie der Industrieschule und den Villen Roth und Kohorn auch die Siedlungen, die in ihrer städtebaulichen Gesamtheit farblich gestaltet wurden. Zum Denkmaltag werden den Besuchern auch Farbfassungen gezeigt, die von Restauratoren im Rahmen der Sanierungen wieder entdeckt wurden“, so Bettina Schülke.

Abschluss in der Industrieschule
Die Industrieschule bildet den Mittelpunkt des Denkmaltags in Chemnitz, gilt sie doch als Musterbeispiel des expressionistischen Bauens in der Stadt. Das von Friedrich Wagner-Poltrock entworfene, vollständig verklinkerte Gebäude war bei seiner Eröffnung 1928 die größte und modernste Berufsschule Deutschlands. Auch heute noch Lehrstätte als Berufliches Schulzentrum für Technik, ist die Schule zudem baukünstlerisches und städtebauliches Kulturdenkmal im Sinne der sogenannten Architektur des Neuen Bauens in Chemnitz. „Die Architektur unserer Schule ist einzigartig. Das Gebäude wurde aufwändig nach dem Farbkonzept des Architekten rekonstruiert und ist heute im Prinzip so zu sehen, wie es 1928 eröffnet wurde. Die Schule ist ein lebendiges Museum, da wir neben der wiederhergestellten Aula noch über Kabinette verfügen, die seit dem Eröffnungsjahr unverändert erhalten geblieben sind. Diese können zu den ‚Industriewelten‘ besichtigt werden“, so Schulleiter Ingo Hunger. Besonders sehenswert ist die Farbgestaltung der Innenräume, an der auch der Chemnitzer Künstler Gustav Schaffer beteiligt war. Sein eigens für die Berufsschule gefertigtes, farbenfrohes Wandgemälde „Der schaffende Mensch“ kehrte erst in diesem Jahr restauriert und neu gerahmt an seinen früheren Ort zurück, nachdem es lange als verschollen galt.

Führungen durch das Haus finden am 14. September 2014 um 14 Uhr sowie 15.15 Uhr statt. Danach findet 16. 30 Uhr in der Industrieschule die gemeinsame Abschlussveranstaltung der „Industriewelten“ und des „Tages des offenen Denkmals“ mit Musik des Saxophon-Quartetts der Oper Chemnitz statt.

Themenjahr „Moderne(s) in Chemnitz. Kunst und Architektur“
Doch auch wenn die „Industriewelten“ Geschichte sind, so wartet das eingeläutete Themenjahr „Moderne(s) in Chemnitz. Kunst und Architektur“ bis zum Dezember 2015 mit Beiträgen von zahlreichen Kulturinstitutionen und Vereinen der Stadt auf. „Das dritte kulturelle Themenjahr widmet sich der Moderne als Epoche, die die Stadt maßgeblich prägte. Die Stadt ist reich an Architektur, die die Moderne widerspiegelt. Zudem hat in dieser Zeit die Wirtschaft viel dazu beigetragen, dass sich Kunst und Kultur entwickeln konnten. Schon damals wusste man, wie wichtig die heute so genannten weichen Standortfaktoren für eine Stadt sind“, so Kultur- und Projektmanagerin Simone Becht vom Kulturbüro der Stadt Chemnitz. „Darüber hinaus wenden sich die Angebote des Themenjahres dem Neuen und Modernen in Chemnitz zu.“ So wird an unterschiedlichsten Standorten ein facettenreicher Blick auf Kunst und Kultur, Geschichte und Gegenwart geworfen.

Anmeldung für „Industriewelten“ unter:
Tel. 0371/690 68-16 oder per E-Mail an hofmann@cwe-chemnitz.de bis 11. September, 12 Uhr

Das Programm der „Industriewelten“ unter:
http://www.cwe-chemnitz.de/tourismus/veranstaltungen-erleben/tage-der-industriekultur/industriewelten/

Das Programm des „Tags des offenen Denkmals“ unter:
www.tag-des-offenen-denkmals.de/

Das Programm des Themenjahrs „Moderne(s) in Chemnitz“ unter:
http://www.cwe-chemnitz.de/tourismus/veranstaltungen-erleben/modernes-in-chemnitz-kunst-architektur/