Aushängeschild und Identifikationsfaktor

14.09.2014

Bei den fünften Tagen der Industriekultur erkundeten am Wochenende Zehntausende Chemnitzer Industriegeschichte und heutige Wirtschaft der Stadt

25.000 feierten am Wochenende in Chemnitz die fünften „Tage der Industriekultur“. Trotz Dauerregen erwies sich insbesondere der Gründerzeitmarkt am Rathaus mit zahlreichen industriekulturellen Angeboten als Anziehungspunkt. Präsentationen von elf technikhistorischen Museen aus Stadt und Region führten in die Chemnitzer Industriegeschichte, historische Fahrgeschäfte, Schauwerkstätten traditioneller Handwerker, Akrobatik, Mode und Musik im Stil der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert ließen die Besucher des Gründerzeitmarktes in vergangene Zeiten eintauchen. Höhepunkte waren unbestritten der Auftritt des Johann Strauss Chores Leipzig am Freitagabend, die Schönheitskonkurrenz der Motorenveteranen und der Tanzabend am Samstag bis 24 Uhr mit Leipzig Bocca. „Nach fünf Jahren Tage der Industriekultur in Chemnitz können wir feststellen, dass sich das Ereignis etabliert hat und zu einem Aushängschild für die Stadt, aber vor allem auch ein Identifikationsfaktor für die Bevölkerung geworden ist“; so Ulrich Geissler, Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH, welche die Veranstaltung organisiert.

Die Verbundenheit der Chemnitzer sowohl mit der Geschichte als auch dem heutigen innovativen Wirtschaftsstandort wurde bereits am Freitagabend erneut eindrucksvoll unterstrichen. Zum fünften Mal fand im Rahmen der Tage der Industriekultur die „Spätschicht“ statt, zu der 2014 insgesamt 16 Industriestandorte eingeladen hatten. Bereits Wochen vorher waren die Führungen an zahlreichen Standorten ausgebucht – der Andrang am Freitagabend selbst war noch einmal deutlich größer: „Wir hatten an allen 16 Standorten fast 2.000 Besucher, weit mehr, als wir zunächst an Führungsplätzen im Angebot hatten. Ich möchte allen unseren Partnern in Industrie und Gewerbe dafür danken, dass sie auf den zusätzlichen Andrang sehr flexibel reagiert haben und wir so das Interesse der Besucher über weite Strecken bedienen konnten.“ Bereits am Freitagvormittag hatten darüber hinaus über 200 Kinder aus Kindergärten und Grundschulen Industriegeschichte und Technik erkundet: Standorte wie das Institut für Physik der TU Chemnitz, der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Chemnitz, das Sächsische Textilforschungsinstitut oder das Sächsische Industriemuseum waren hier Anlaufpunkte, um Fragen zur technischen Bewältigung des Alltags anschaulich und für den Chemnitzer Nachwuchs verständlich zu erklären.

Ein kulturelles Programm rund um das Thema „Moderne“ bestimmte die „Industriewelten“ am Sonntag. Die Veranstaltung fand in diesem Jahr in dem im Mai eröffneten Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz statt und hatte damit eine Ikone des Neuen Bauens, das vormalige Kaufhaus Schocken von Erich Mendelsohn, als Heimstatt: rund 100 Besucher ließen sich hier in Vorträgen und Performances in die Welt moderner Literatur, modernen Bauens und des modernen Tanzes entführen. Zugleich läutete die Leiterin des Kulturbüros der Stadt Chemnitz, Katrin Voigt, im Rahmen der „Industriewelten“ das Themenjahr „Moderne(s) in Chemnitz. Kunst und Architektur“ ein, das bis Dezember 2015 zahlreiche Kulturinstitutionen in der Stadt gestalten.

Erfolgreich verliefen auch die Partnerveranstaltungen der „Tage der Industriekultur“. Bereits am Samstagabend freute sich die Party zu den „Tagen der Industriekultur“ im Veranstaltungszentrum Luxor, gemeinsam mit dem Fachkräfteportal „Chemnitz zieht an!“ ausgetragen, über 1.000 Gäste. Die Ausstellung „Industriestadt Chemnitz“, die begleitend zu den „Tagen der Industriekultur“: in der Galerie Roter Turm zu sehen ist, kann noch bis zum 27. September 2014 besucht werden.

„Inzwischen haben wir die ‚Tage der Industriekultur‘ zu einer sehr vielfältigen Veranstaltung ausgebaut, die sehr unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen vermag. Dies ist möglich, weil sich zahlreiche Partner nicht nur der Chemnitzer Industriekultur, sondern auch der Förderung des heutigen Wirtschaftsstandortes Chemnitz verpflichtet fühlen. Ihnen allen gilt unser Dank“, so CWE-Geschäftsführer Ulrich Geissler. Anlässlich der geplanten Kooperation mit dem Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf stehen die Termine für die kommenden Jahre bereits fest – dann wird das traditionelle Heizhausfest auf dem größten noch funktionstüchtigen Dampflok-Bahnbetriebswerk Europas fester Bestandteil der „Tage der Industriekultur“. So finden die sechsten „Tage der Industriekultur“ vom 25. bis 27. September 2015 statt – dann präsentiert sich mit dem Sächsischen Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf und dem von ihm ausgetragenen traditionellen Heizhausfest ein weiterer starker Partner, der das Programm der „Tage der Industriekultur“ ergänzen wird.

Vormerken lohnt sich! www.industriekultur-chemnitz.de

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Bildunterschrift: Oleg Teply