Museum Gunzenhauser

Die Epoche der aufbrechenden Moderne Anfang des 20. Jahrhunderts war eine große Zeit für Chemnitz mit international erfolgreichen und kunstinteressierten Unternehmern. Bedeutende Künstler wie Edvard Munch erhielten Aufträge und Angebote für Ausstellungen. Karl Schmidt-Rottluff wurde hier geboren, Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel wuchsen in der Stadt auf. Zahlreiche Neubauten von bedeutenden Architekten wurden bis Ende der 20er-Jahre errichtet. Dazu gehörte auch das 1930 vollendete und unter Denkmalschutz stehende, ehemalige Sparkassengebäude von Fred Otto. Dieses exemplarische Gebäude des Neuen Bauens beherbergt die hoch angesehene Sammlung Gunzenhauser. 

Dr. Alfred Gunzenhauser, passionierter Kunstliebhaber und Galerist, stiftete der Stadt Chemnitz 2.459 Werke von insgesamt 270 Künstlern zum Verbleib. Dazu zählt mit 290 Werken eines der weltweit größten Otto Dix-Konvolute sowie die drittgrößte Alexej von Jawlensky-Sammlung. 
Weitere Schwerpunkte der Sammlung sind Arbeiten von Conrad Felixmüller, Gabriele Münter, Lovis Corinth, Paula Modersohn-Becker, Willi Baumeister, Horst Antes und Johannes Grützke. Hinzu kommen zahlreiche Gemälde und Papierarbeiten von Max Beckmann, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Georg Schrimpf, Gustav Wunderwald, Gerhard Altenbourg und weiteren angesehenen Künstlern. Diese einzigartige Sammlung ist eine unschätzbare kulturelle Bereicherung, da sie zahlreiche bedeutende Werke enthält, die bisher selten zu sehen waren. 

Dr. Alfred Gunzenhauser, 1926 in Heidenheim an der Brenz in Württemberg geboren, erwarb erste Berufserfahrungen bei einem der angesehensten Galeristen der Nachkriegszeit, Gerd Rosen, in Berlin. Mitte der 60er-Jahre gründete er seine eigene Galerie und wurde zu einem der bedeutendsten deutschen Galeristen, der über lange Jahre hinweg erfolgreich im Münchener Stadtzentrum Kunst zeigte, verkaufte und sammelte. Seine Entscheidung für Chemnitz war ein Glücksfall für eine Stadt, deren Kunstsammlungen fast 1.000 Werke der Klassischen Moderne während der Zeit des Nationalsozialismus verloren hatten. 
Die Kunstsammlungen Chemnitz am Theaterplatz mit zahlreichen Werken Karl Schmidt-Rottluffs und das Museum Gunzenhauser am Falkeplatz bilden unter dem Namen Kunstsammlungen Chemnitz - Museum Gunzenhauser einen unübersehbaren Schwerpunkt der Klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts in Sachsen.

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