Spaziergänger-Route

Ehemalige Aktienspinnerei

Die Aktienspinnerei entstand um 1858 infolge der Gründung einer Aktiengesellschaft als damals größte Spinnerei Sachsens mit 60.000 Spindeln.

Durch den Garnbedarf der aufstrebenden Textilindustrie wurde die Aktienspinnerei als eine der größten Spinnereien Deutschlands errichtet.

  • 1859 Der Industriezweckbau wird aus Mitteln der eigens dafür gegründeten Aktiengesellschaft erbaut und ist mit über 50.000 Spindeln die größte Spinnerei Sachsens.
  • 1914 Nach Einstellung des Spinnereibetriebes dient das Gebäude als Depot und Quartier für Polizei, Armee und Zwangsarbeiter.
  • nach 1945 Das Gebäude wird von der Handelsorganisation (HO), später von der Stadtbibliothek, der Puppenbühne und dem Kabarett genutzt.
  • 2000 Die „Neue Sächsische Galerie“ wird Mitnutzer des Gebäudes.
  • 2015 Beginn des Umbaus zur zentralen Universitätsbibliothek

Ehemalige Neumühle

Die Neumühle war neben der Nikolaimühle und der Klostermühle eine der drei großen Chemnitzer Wassermühlen.

Die Neumühle, eine der drei Chemnitzer Mahlmühlen, war lange Zeit ein wichtiger Mehllieferant für die Chemnitzer Bevölkerung.

  • 1546 – 1552 Die Neumühle wird als Untermühle errichtet.
  • nach 1800 Neben dem Mahlwerk wird eine Baumwollspinnerei betrieben.
  • 1865 Das Gebäude wird als Wohngebäude und später als Weberei genutzt.
  • 1914 Die Stadt erwirbt das Gebäude und vermietet die Räume an verschiedene Firmen.
  • ab 1940 Deutschstämmige Umsiedler, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter werden in den Räumlichkeiten untergebracht.
  • 1945 Nach Kriegsende werden Wohnungen im Gebäude eingerichtet.
  • 2013 Sanierung und Revitalisierung des Gebäudes durch private Investoren.

Ehemalige Färberei Theodor Haase

Die ehemalige Färberei Haase beinhaltet ein ganzes Stück Chemnitzer Industriegeschichte.

Sie befindet sich hinter dem Stadtbad – schräg gegenüber der Janssen-Fabrik, für deren Bau Ende der 20-er, Anfang 30-er Jahre die ehemaligen Zimmermann-Werke weichen mussten.

Auf dem Gelände entwickelten sich die bedeutendsten Färbereiunternehmen von Chemnitz.

  • 1908 – 1909 Die Schrepel & Kutzschbach AG übernimmt die Gehrenbecksche Färberei und errichtet den markanten Stahlbeton-Skelettbau nebst Heiz- und Kesselhaus mit einem 60 Meter hohen Schornstein.
  • 1910 Der Gebäudekomplex wird durch Theodor Haase erworben und als Buntfärberei weitergeführt.
  • 1922 – 1923 Der markante Wasserturm und ein Fabrikneubau werden nach Plänen von Paul Kranz errichtet.
  • nach 1945 Die durch Bombenangriffe beschädigten Gebäude werden saniert.
  • 1972 Der Betrieb wird verstaatlicht und bis zur Stilllegung 1990 als Färberei weitergeführt.
  • 2012 grundlegende Sanierung und gewerbliche Nutzung

Verwaltungsgebäude der sächsischen Maschinenfabrik

Das Verwaltungsgebäude der Lokomotiv- und Maschinenfabrik R. Hartmann AG wurde in den Jahren 1837 bis 1839 erbaut.

Das größte Chemnitzer Industrieunternehmen, die Sächsische Maschinenfabrik AG, 1837 von Richard Hartmann gegründet, errichtet das Gebäude als Verwaltungssitz.

  • 1897 Einweihung des Gebäudes zum 60. Firmenjubiläum der Sächsischen Maschinenfabrik AG.
  • 1922/23 Ein Erweiterungsbau wird errichtet. Das Neue Eingangsportal dominieren zwei Skulpturengruppen des Chemnitzer Bildhauers Bruno Ziegler.
  • 1930 Liquidation des Unternehmens, nachfolgende Nutzung als Polizeigebäude
  • 1933 „Schutzlager“ für NS-Gegner in einem Nebengebäude
  • 1952 Nutzung als Kreisamt der Volkspolizei
  • nach 1990 Sitz der Polizeidirektion Chemnitz
  • 2012 Am Westgiebel wird ein zweiter Erweiterungsbau angefügt.

Ehemalige Trikotagenfabrik William Janssen

Am Ufer der Chemnitz und in der Nähe des Schlossteichs gelegen, erstrahlt die ehemalige Strumpfwirkerei William Janssen von 1894 im neuen Glanz.

Die Firma Janssen war ein bedeutender Repräsentant der Trikotagenindustrie in Chemnitz. Mit besonderen Plüschstoffen erreichte sie Weltbedeutung.

  • 1894 Die ursprünglich in Berlin gegründete und nach Chemnitz verlegte Firma lässt ein Fabrikgebäude und später einen Erweiterungsbau errichten.
  • 1922 Das Unternehmen wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die weiterhin Bekleidungstextilien verschiedener Art produziert.
  • 1945 Durch Kriegsschäden bleibt lediglich der Erweiterungsbau erhalten.
  • nach 1945 Die ehemalige Fabrik wird durch den VEB Hydraulik Rochlitz als Bürogebäude genutzt.
  • 1998 Es entsteht die erste Chemnitzer Loft-Wohnanlage mit Gewerberäumen.

Die Hauptfassade des fünfgeschossigen Fabrikgebäudes wurde dekorativ mit Verblendklinkern akzentuiert. Im Dach- und Giebelbereich integrierte man moderne Elemente aus Glas und Stahlbeton. Heute befinden sich hier Geschäfte, Büroräume und exklusive Loft-Wohnungen, ebenso das Restaurant „Janssen“, auf dessen Terrasse es sich wunderbar entspannen lässt.

Villa Schwalbe

Der Bau diente als Wohnhaus des Fabrikanten J. S. Schwalbe.

Die Familie Schwalbe führte das sehr erfolgreiche Unternehmen „Johann Samuel Schwalbe & Sohn“ mit verschiedenen Standorten und Zweigen – vor allem im Maschinenbau und der Brauereiindustrie.

  • 1856 Die 1811 gegründete Firma errichtet auf dem Gelände am Fuße des Kaßbergs eine Maschinenfabrik. In dieser Zeit entsteht auch die Gründerzeitvilla.
  • 1873 Umwandlung in eine Aktiengesellschaft „Maschinenfabrik Germania, vorm. Schwalbe & Sohn“.
  • 1945 Das Werk Fabrikstraße 7 wird völlig zerstört. Lediglich die Villa bleibt erhalten und dient später als Wohnhaus. Die Firma wird enteignet und in den VEB Maschinenfabrik Germania integriert.
  • 2007 Das Haus wird von einem privaten Investor erworben und restauriert.

Villa Zimmermann

Johann von Zimmermann, Begründer des Werkzeugmaschinenbaus in Deutschland, ließ von 1865 bis 1867 vom hannoverschen Architekten Otto Goetze die Villa errichten und nutzte diese als eigenen Wohnsitz bis 1884.

Das Gebäude zählt zu den wertvollsten Baudenkmälern der neugotischen Wohnhausarchitektur des 19. Jahrhunderts in Sachsen.

  • 1866 Errichtung der repräsentativen Villa für den bedeutenden Maschinenbauunternehmer
  • 1890 Nachnutzer lassen das an die Villa anschließende Hotel Carola errichten.
  • 1945 Das Gebäude wird Sitz der Sowjetischen Militärverwaltung und später Verwaltungsgebäude der Handelsorganisation (HO) für die Sparte Gaststätten.
  • 2007/2008 Das Gebäude wird nach Leerstand und gescheiterten Investitionen grundlegend saniert, steht aber nach kurzzeitiger gastronomischer und kultureller Nutzung wieder leer. Das angrenzende Hotel Carola wird abgerissen.
  • 2013 neuer Eigentümer erwirbt die Villa

Ehemaliges Umspannwerk Getreidemarkt

Das Gebäude diente einst der Stromversorgung für die städtische Straßenbahn: Auf 500m² wurde unterirdisch Energie in Batterien für die Hauptverkehrszeiten gespeichert.

Im Stil der klassischen Moderne entworfen, besitzt das denkmalgeschützte Gebäude architektur- und technikgeschichtliche sowie städtebauliche Bedeutung.

  • 1909 Stadtbaurat Richard Möbius wird durch den Rat der Stadt beauftragt, ein städtisches Verwaltungsgebäude mit Umspannwerk und Batterielager zu entwerfen
  • 1913 Fertigstellung des Objektes im Stil der Reformarchitektur
  • 1929 Erweiterung und Überformung des Gebäudes im Stil der klassischen Moderne durch den überregional bedeutenden Chemnitzer Baurat und Architekten Friedrich Wagner-Poltrock (1883 - 1961).
  • 1945 – 1993 Verwaltungssitz des Städtischen Energieversorgungsbetriebes
  • 2010 – 2012 Komplettsanierung durch eins energie in sachsen GmbH & Co. KG
  • 2012 Eröffnung der Jugendherberge

Um 1909 entstand der markante Bau am Getreidemarkt. Chemnitz wuchs damals rasant, damit auch der öffentliche Verkehr. Seit 1879 fuhren Pferdebahnen durch die Stadt, seit 1893 nutzten die ersten Bahnen elektrischen Strom. Für den dichter werdenden Linienverkehr der Straßenbahnen benötigte man in der Innenstadt ein Umformwerk. In dem Gebäude wurden unterirdisch auf 500 Quadratmetern Fläche Batterien zur Speicherung größerer Energiemengen für die Hauptverkehrszeiten der Straßenbahn gelagert. Als eines der wenigen Bauwerke  in der Innenstadt überlebte das Gebäude den verheerenden Bombenangriff auf Chemnitz im März 1945. Es zählt zu einem der wenigen Zeugnisse des modernen Bauens der Goldenen Zwanzigerjahre in Chemnitz. Seit 2012 wird das ehemalige Umspannwerk auf dem Getreidemarkt als Jugendherberge genutzt.