Sehenswerte Stadt der Moderne

Chemnitz ist das Sinnbild der Moderne. Innovativ und selbstbewusst stellt sich die einstige graue Industriestadt heute dar. Architektonisch strahlt die Stadt in einer beeindruckenden Vielseitigkeit. Durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Einflüsse aus Gründerzeit, Jugendstil, Bauhaus und modernem Baustil entsteht der besondere Charme der Stadt.

Innenstadt

Die Chemnitzer Innenstadt hat seit 1990 eine beispiellose Entwicklung genommen. Prägten zur Wende große Leerflächen das Bild, findet sich hier und heute das pulsierende Lebenszentrum der Stadt. 

Namhafte Architekten haben eine völlig neue und moderne Struktur des Stadtzentrums geschaffen. Für die gelungene Mischung aus Einzelhandel, Büro, Gastronomie, Wohnen, Freizeit und Kultur der neuen Stadtmitte gab es im Jahr 2006 den DIFA-Award für innerstädtische Quartiere.

Das Chemnitz des 21. Jahrhunderts beeindruckt heute mit herausragenden und architektonisch anspruchsvollen Shopping-Möglichkeiten:

  • Galerie Roter Turm
    2000 wurde das Einkaufszentrum "Roter Turm" in Chemnitz eröffnet. Das Gesamtkonzept der Stadtgalerie haben die Architekten Chapman Taylor Brune (Düsseldorf/London) entwickelt, Hans Kollhoff (Berlin) hat die Gestaltung der Fassaden übernommen
  • Kaufhaus Peek & Cloppenburg (Christoph Ingenhoven)
    2003 entstand NW-Seite des Neumarkts unter wellenförmigen Dachformationen das Textilkaufhaus.
  • Galeria Kaufhof (Helmut Jahn)
    Europas modernste, durchlässige Kaufvitrine aus Stahl und Glas wurde 1999/2001 gleich nebenan am Neumarkt erbaut.

Architektur

Von den Erfolgen der Chemnitzer Wirtschaft zeugen bis heute neben zahlreichen beeindruckenden Industriebauten vor allem Wohngebäude der Gründerzeit, Jugendstilvillen sowie öffentliche und private Gebäude der Bauhausepoche. 

Auch Künstler und Mitbegründer des Bauhauses Henry van de Velde hat mit der von ihm entworfenen Villa Esche seine Spuren in Chemnitz hinterlassen.

Der Kaßberg ist eines der größten zusammenhängenden Gründerzeit- und Jugendstilviertel Europas.

Der im neugotischen Stil erbaute Theaterplatz steht symbolisch für eine Rückbesinnung auf klassische Ideale.

Highlights von Chemnitz

Karl-Marx-Monument

Der Philosoph Karl-Marx war zwischen 1953 und 1990 Namenspatron für die Stadt Chemnitz. Seine 2x13 Meter hohe Büste prägt seither das Stadtbild.

Das 2x13 Meter hohe Karl-Marx-Monument wurde vom sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel entworfen, in Leningrad aus Bronze gegossen und anschließend demontiert nach Chemnitz gebracht. Im Jahr 1990 sollte die 40 Tonnen schwere Plastik wieder abgerissen werden. Dank des Engagements der Stadtväter und der Verbundenheit der Einwohner mit ihrem „Nischl“ wurde dies verhindert. Die zweitgrößte Portraitbüste der Welt kann deshalb auch heute noch als heimliches Wahrzeichen von Chemnitz betrachtet werden. 

Theaterplatz mit Opernhaus und Kunstsammlungen Chemnitz

Mit dem bekannten Chemnitzer Opernhaus, dem König-Albert-Museum und der Petrikirche ist der Theaterplatz eines der schönsten baulichen Ensembles der Stadt.

Das ausgesprochen vielseitige Repertoire der Theater Chemnitz begeistert sowohl Publikum als auch Fachwelt. Zahlreiche Auszeichnungen zeugen von der hohen Qualität der Darbietungen.

Für Liebhaber der bildenden Künste bieten die Kunstsammlungen Chemnitz reichlich Abwechslung. Gezeigt werden u.a. Werke von Albrecht Dürer, Caspar David Friedrich, Karl Schmidt-Rottluff und Jörg Immendorff. Für noch mehr Kunstgenuss sorgen spannende Wechselausstellungen der Gegenwartskunst.

Ensemble Altes Rathaus/ Neues Rathaus/ Roter Turm

Trotz fast vollständiger Zerstörung im 2. Weltkrieg, Wiederaufbau und nochmaliger Neugestaltung nach 1989 prägen noch heute historische Gebäude den Stadtkern von Chemnitz.

Am Ursprungsort der Chemnitzer Stadtgeschichte werden bis heute die Geschicke der Stadt gelenkt: im Alten und Neuen Rathaus am Markt. Wegen des enormen Wachstums der Stadt als Industriestandort und Handelsmetropole ergänzt das neue Rathaus seit 1911 die alten Amtsstuben. Besonders erlebenswert sind der Grüne Salon und das 48 Glocken umfassende Glockenspiel.

Das älteste Gebäude der Stadt Chemnitz ist der Rote Turm. Im 12. Jahrhundert wehrte er als Teil der Stadtbefestigung Feinde ab. Einige Jahrhunderte stand seine Form für die Verpackung des bekannten Spülmittels „fit“ Pate. Heute präsentiert sich das markante Bauwerk als Teil des neuen innerstädtischen Architektur- und Erlebniskonzepts. 

Kaßberg

Der Kaßberg ist eines der größten zusammenhängenden Jugendstil- und Gründerzeitviertel Europas. Im Untergrund befindet sich ein weit verzweigtes Netz von Kellergewölben.

Beides – Architektur und historische Gewölbegänge – sind seit 1991 als Flächendenkmal geschützt. Die vielen gemütlichen Kneipen und empfehlenswerten Restaurants verleihen dem Kaßberg sein einzigartiges Flair.

Villa Esche

Die Villa Esche im Chemnitzer Stadtteil Kappel wurde vom belgischen Künstler, Architekten und Bauhausmitbegründer Henry van de Velde in den Jahren 1902 und 1903 entworfen und eingerichtet.

Das umfassende künstlerische Gesamtkonzept erstreckte sich dabei vom Gartenzaun bis hin zum Geschirr. Heute ist die Villa Esche eines der bedeutendsten Baudenkmäler des Jugendstils. Weite Teile der ursprünglichen Ausstattung sind im Originalzustand erhalten.
Nach umfassender Restaurierung beherbergt das Haus neben Trauzimmer und Restaurant ein Henry van de Velde-Museum und ist beliebte Location diverser kultureller Veranstaltungen.